Mit einem ghanaischen König zur Einweihung eines Frauengefängnisses

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Der Kfz-Mechaniker Céphas Bansah lebt seit 1970 im rheinland-pfälzischen Ludwigshafen. Er ist König einer rund 206.000 Einwohner umfassenden Volksgruppe, die überwiegend im Osten Ghanas lebt. Zahlreiche deutsche Medien berichteten kürzlich über ihn, als er in seiner afrikanischen Heimat ein zum Teil durch Spenden aus Deutschland, teils durch Eigenmittel finanziertes Frauengefängnis eröffnete. punctum-Autor Stefan Rochow, der den Monarchen im Rahmen der Vorbereitung eines Buchprojekts zwei Wochen lang begleitete, war dabei.

Céphas Bansah, der seit 1970 in Ludwigshafen lebt, arbeitet dort als Automechaniker. In seiner freien Zeit kümmert er sich um Belange seines Volkes im Osten Ghanas. | Quelle: koenig-bansah.de – Bildrechte: © Mirka Laura Severa)

Céphas Bansah, Oberhaupt einer Gruppe von rund 200.000 Menschen  im ostghanaischen Bezirk Gbi, steht an der Spitze von zwölf Häuptlingen der Volta-Region seines Heimatlandes. Im Februar konnte ich ihn während eines Besuches in Ghana begleiten. Höhepunkt war die Eröffnung eines Frauengefängnisses in der Stadt Hohoe, das König Bansah seinem Volk geschenkt hat. Aus Spenden aus Deutschland und aus Eigenmitteln des Königs finanziert, konnte der Polizei in der rund 42.000 Einwohner umfassenden Stadt das weiß gestrichenen Gebäude mit drei Zellen übergeben werden.

Bisher waren Frauen und Männer zusammen in einer Gewahrsamszelle untergebracht. Die Frauen waren immer wieder sexuellen Übergriffen ausgesetzt. Mit den neuen Zellen konnte diesem unhaltbaren Zustand nun ein Ende gesetzt werden.

Die neuen Räume mit gefliesten Wänden und Böden sowie eine eigene Dusche und Toilette sind für ghanaische Verhältnisse ein Luxuszustand. Insgesamt 50.000 Euro hat der Neubau gekostet. 15.00 Euro davon konnte König Bansah aus Spenden akquirieren, den Rest bezahlte der Automechaniker aus eigener Tasche.

Im Sommer 2018 wird im Gerhard-Hess-Verlag (Bad Schussenried) das Buch „Vom Schraubenschlüssel zum Thron“ erscheinen, in dem Céphas Bansah über seinen ungewöhnlichen Lebensweg berichten wird. Bei der Konzeption und Erstellung dieses Buches arbeite ich gegenwärtig mit ihm zusammen.

Polizeichef Asomah Hinney enthüllt eine Tafel am Gefängnis, die den Spendern dankt. | Bildrechte bei Stefan Rochow

Céphas Bansah lebt seit 1970 in Ludwigshafen, wo er seine eigene Autowerkstatt aufgebaut hat. Nach dem Tod seines Großvaters 1987 bestimmten ihn die Stammesältesten des Volkes Ewe zum Thronfolger. Bansah wurde König, blieb aber mit seiner Familie in Deutschland. Seither kümmert er sich aus der Ferne um rund 200.000 Menschen im Osten seines Heimatlandes, sammelt Spenden und Hilfsgüter für die Menschen und bringt sie zu seinem Volk.

Während meines Besuches in Ghana konnte ich mehrere Brücken besichtigen die durch den König auf der Basis von Spendengeldern errichtet wurden. Vorher hatten an der betreffenden Stelle nur Baumstämme eine Überquerung des Flusses ermöglicht. Wie mir berichtet wurde, stürzten dort – vor allem in der Regenzeit –  immer wieder Menschen ins Wasser. Nicht selten kam es dann zu Angriffen durch Krokodile. Auch vom  Campus der „King-Bansah-Schule“ in Hohoe, wo Krankenschwestern und medizin-technische Assistenten ausgebildet werden, konnte ich mir einen Eindruck verschaffen.

Mich hat die Persönlichkeit von König Bansah tief beeindruckt. Was er in seiner Region für die Menschen getan hat, ist faszinierend. Die beiden Wochen in Ghana waren ein großes Erlebnis.

LINK: Webpräsenz von König Bansah (www.koenig-bansah.de)